Plattenkritik

WALKING DEAD ON BROADWAY - Slaves

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Info

Release Date: 11.11.2016
Datum Review: 05.11.2016
Format: CD Digital

Tracklist

 

1. Intro
2. Pitchblack
3. Cage
4. Haunted
5. Silen
6. Slaves
7. Scapegoat
8. 01110010
9. The Sinner
10. Death Pilgrim

Band Mitglieder

 

Robert - Vocals
Michael - Guitar
Max - Guitar
Kevin - Bass
Stephan - Drums

WALKING DEAD ON BROADWAY - Slaves

 

Mit dem schlicht betitelten "Slaves" erscheint demnächst das zweite Album der Deathcoreler WALKING DEAD ON BROADWAY und darauf geben die Leipziger dem Hörer vor allem eines: erbarmungslos auf die Fresse. Oder doch besser in die Magengrube? Genau dahin zielt nämlich der stetige Beschuss mit fetten Grooves und bis in den Keller gestimmten Gitarren. Die Wucht der Prügelkaskade wird auch durch das vornehmliche Verharren im Midtempo kaum eingedämmt, eher noch wird dadurch eine stetige Versorgung mit Schlägen gewähleistet.

 

Was sich jetzt erstmal wie eine ziemlich typische, stumpfe und wenig aufregende Deathcore-Scheibe anhört, verdient bei aller vordergründig rohen Gewalt doch ein genaueres Hinhören. Klar, die üblichen Deathcore-Trademarks drängen sich zunächst auf, neben der bereits erwähnten Midtempolastigkeit fliegen einem in fast jedem Song obligatorische Breakdowns um die Ohren und Shouter Robert kotzt sich mit tiefen Growls und giftigen Screams die Seele aus dem Leib. Wo Genre-Kollegen wie WHITECHAPEL oder CHELSEA GRIN heutzutage in eine etwas melodischere und leichter verdauliche Richtung tendieren, tragen WALKING DEAD ON BROADWAY das Deathcore-Banner mit erhobenem Haupt voran und bieten all jenes, was man an dieser Musikrichtung entweder liebt oder hasst.

 

Wie so oft steckt aber auch bei WALKING DEAD ON BROADWAY der Teufel im Detail, denn hinter der unnachgiebigen Groove-Maschine gibt es für den aufmerksamen Hörer einiges zu entdecken. Eine dezente asiatische Melodie hier, ein apokalyptisches Sample oder ein finsterer Spoken-Word-Part dort, unaufdringliche orchestrale Einschübe oder ein kurzes Ausbrechen in schwarzmetallische Raserei, solche kleinen aber feinen Details fallen erst bei genauerem Hinhören auf. Dazu zieht Drummer Stephan nahezu unauffällig im Hintergrund ein paar wirklich irrsinnige Tempowechsel vom Leder, die quasi ganz nebenbei für eine gehörige Dynamik in der massiven Soundwand sorgen. Auf Grund der Beharrlichkeit, mit der das Material der Leipziger voran rollt wie ein gewaltiger Panzer, lassen sich nur schwer einzelne Songs hervorheben; allein das atmosphärische Instrumental "0110010" bricht dann doch noch in melodische Gefilde aus und sorgt für willkommene Abwechslung.

 

Primär ist "Slaves" natürlich ein Deathcore-Album durch und durch; wer der Musikrichtung grundsätzlich ablehnend gegenüber steht, der wir sich auch von WALKING DEAD ON BROADWAY kaum bekehren lassen. Deathcore-Jüngern dagegen kann man "Slaves" uneingeschränkt empfehlen und auch als dem Genre neutral gegenüberstehender Hörer sollte man der Scheibe ruhig mal ein Ohr schenken, denn die Detailverliebtheit der Leipziger weiß durchaus zu überraschen.

 

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Hans

Autoren Bio

Meine großen Leidenschaften: Literatur und laute Musik. Plattenkritiken liegen nahe.

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